Tag 3 der Morgen: "lebendige Nacht"

Es ist 6 Uhr und ich wecke den engl. Nachbarn der keine Uhr hat. Bin auch ganz munter, spüre die Beinchen aber schon etwas müder und leichten Muskelkater in den Oberschenke. Die taten auch beim Laufen recht weh und wurden härter.

Die Nacht ist fantastisch. Heute habe ich mehr geschlafen. Die Rennbahn, um den "lago di Pergusa" liegt in einer Senke und rundherum viele Häuser am Hang mit hunderten von Hunden. Ein großes Konzert die ganze Nacht. Und auch 2 Esel sind nicht unbeteiligt. Wenn die mal loslegen, dann hallt es im Tale nur so durchdringend.

Die ersten auf hier sind meine steirischen Nachbarn. Die Mama (Hermanns Frau ist Lehrerin und konnte nicht mit) von ihm ist schon vor 6 auf um Vorbereitungen zu treffen. Hoffe es geht heute besser für ihn.

 

bis später dann

Tag 3 „der Stinketag"

so, ab heute gibt es nur mehr Telegrammstil, denn es wird jetzt schon immer später bis ich ins Ziel komme.

zu mir:

Jetzt geht es gut, Beine etwas sauer, aber recht ok, Die Muskeln schmerzen aber wegen der Anstrengung. Kann mich gut bewegen aber an Flexibilität fehlt es doch recht. Gleich nach Wettkampf dachte ich es geht ganz schlecht, weil das Laufen schon sehr anstrengend geworden ist. Der letzte 1/2 Marathon im dunklen und auf einsamer Strecke sind doch anstrengend und man wird automatisch langsamer.Zeit weiss ich nicht, aber langsamer. Das ist jetzt schon anstrengend....ok, denke nun mal nicht weiter.

Beim Schwimmen war mir und auch den Anderen schon kalt vor dem Start. Der Körper ist doch jetzt schon etwas geschwächt. Ich brauche 15 min bis mir warm ist.

Nach 20 km am Rad habe ich mir eine Heftklammer (!auf Autorennbahn) eingefahren und musste mal so eine Runde liegen lassen bis ich das wieder hin gekriegt habe. Ob die Ferraris nun mit Heftklammern statt mit Nieten und Schweissnähte versehen werden?

Laufen war kein grosser Spass mehr, habe es dennoch genossen. Ab Halbmarathon wird es nun kalt hier am See und man muss richtig aufpassen, dass man keine Erkältung kriegt

Jetzt höre ich wieder dutzende Hunde bellen und einige Athleten schnarchen .

 

allgemein:

gestern waren einige nicht gut beisammen. Kim Greisen hatte Magenproblem und schwächelte ein wenig. Er hat auch schon einen Deca in Mexiko probiert, aber aufgehört (zu schnell angegangen). David Clamp, Engländer (52J) hat im letzten Jahr im Deca in Mexiko als 2platzierter das Rennen beendet - er hat Husten und Halsweh.

Deshalb bin ich wahrscheinlich auf Platz 2 gerutscht. Wird sich aber bald wieder ändern. Thierry (FRA) macht sich ausgezeichnet, sehr kontinuierlich, wird beim Laufen aber von seiner Frau am Rad begleitet, was ihn doch etwas unterstützt.

Oh Ja, wir durften heute die ganze Zeit durch ein kleines Rinnsal fahren dessen Gestank uns wirklich stank und uns das Essen auch nicht gerade schmackhaft machte. Der Kanal ging über (Verstopfung) und das dauerte einen Tag lang an. Am Abend wurde das dann behoben - nachdem wir mit dem Rad fertig waren... Bei jeder Runde wurden wir ordentlich mit Fäkalien versorgt.  Absolut voraus ist sicherlich der Deutsche Arnold der wie ein Blitz uns am Rad überholt.

Thomas, mein Betreuer, ist auch erledigt und schläft schon vor mir, wie immer.....aber ich glaube er ist happy und erlebt so einiges. Z.B. nach 20 km Laufen habe ich eine halbe Scheibe Kuchen von zu Hause gegessen und 1/8 Liter Schlagobers getrunken. 10 km später noch mal...

 

Mit seinem Humor hat er hier schon zu beginn für Aufregung gesorgt. Als so die Betreuer der Reihe nach alle sagten, dass ihr Athlet nur so teilnimmt und durchkommen will erklärt er dann irgendwann: „Also bei meinem Athleten ist das anders. Er hat den klaren Auftrag zu Siegen.“ Er hat das so bestimmt gesagt, dass man es glaubte, zumindest verunsichert war. Mittlerweile kennen ihn doch einige hier...

gute Nacht

4.Tag Morgen

Bin oft munter, Beine schmerzen, will nicht aufstehen um zu trinken, muss aber, tut weh,müde und trotzdem nix mit gutem Schlaf. Auch Hermann und Toni geht es nicht anders.

Ich rufe zu Hermanns Wohwagen ob sie Brötchen möchten. Antwortet seine Mutter: „Nein danke, keine Zeit zum Frühstücken“ (sie ist gestern auch einiges gegangen und gelaufen - ist sicher auch voll Beansprucht)

 

 

hier nun ein paar Fotos von uns Athleten: